Als Ende Januar 2026 bekannt wurde, dass die USA an alle Staaten
Strafzölle verhängen würde, die Kuba mit Erdöl beliefern, waren wir so
erbost, dass wir zu einer Ideenkonferenz, heute Brainstorming genannt, einluden.
Am 03.02. überlegten wir, womit man in dieser Situation der normalen
Bevölkerung helfen könnte. Durch die Stromausfälle in Köpenick und im
Süd-Westen Berlins gab es minimalste Vorstellungen von Stromausfällen und
deren Wirkung. So erarbeiteten wir eine große Liste und verabredeten uns zur
Konkretisierung 5 Tage später.
Unser Endergebnis war dann: Die Information zur Besonderheit von Kuba ist
nötig, da viele Menschen nichts von der Bedeutung Kubas wissen, Unterstützung
einer vorhandenen Petition, vorbereitete Texte für Mails an Abgeordnete in Bund
und Europaparlament sowie materielle Unterstützung der Bevölkerung vor Ort
durch Lieferung von Solar-Kurbel-Lampen.
Wir fanden auch noch jemanden, der uns kurzfristig innerhalb von 4 Tagen
unsere Internetseite
gestaltete.
Doch benötigten wir noch ein Konto einer gemeinnützigen Organisation, um
die Spendengelder steuerlich wirksam werden zu lassen. Die gesamten
Hilfsorganisationen für Kuba kamen leider nicht in Frage, da ein spezielles
Unterkonto einzuführen, einen langwierigen Prozess benötigt hätten. Auch
hatten wir zu vielen Menschen Kontakt die uns von unserer Idee abbringen
wollten. Es gehe sowieso nicht, die anderen wüssten schon was wichtig ist, denn
es gibt ja schon jahrelange Erfahrungen, … Doch so schnell geben wir nicht
auf.
Wir wollten schnell helfen. Bei der Buchvorstellung durch Frau Katrin
Rohnstock "Der große Schock – Ostdeutsche erzählen von den Folgen der
Treuhand-Politik" im Theater Ost fanden wir den Verein Lebenserinnerungen
e.V., der uns schnell half. Dafür sind wir sehr dankbar.
Warum haben wir uns für die Solar- Kurbel-Lampen entschieden? Diese
kosten in Deutschland 11,99€, werden aber zumeist in China hergestellt. Über
zwei Wege: Freunde in China sowie den Deutsch-Chinesischen Freundschaftsverein
Ludwigsfelde e.V. erfuhren wir von einem Preis zwischen 4-5€. Also wäre ein
Einkauf in China und die Direktlieferung von China nach Kuba sowohl kosten- als
auch zeitsparend.
Dann nahmen wir Kontakt zur Wirtschaftsabteilung der kubanischen Botschaft
in Deutschland auf. Da per Mail keine Antwort kam, fuhren wir hin. Es stellte
sich heraus, dass die Mailadresse nicht stimmte. Das konnte korrigiert werden.
Die Wirtschaftsabteilung fand unsere Idee sehr gut und unterstützte uns seitdem
vielfältig, u.a. auch durch den Kontakt zur Wirtschaftsabteilung der
kubanischen Botschaft in China. Diese konkretisierte die verschiedenen Angebote
der chinesischen Produzenten.
Über verschiedene Wege, Kontakte, Besuch von Veranstaltungen wo wir unser
Projekt vorstellen konnten oder unsere Flyer verteilten, sammelten wir nun Geld
ein. Innerhalb kurzer Zeit kamen einige tausend € zusammen. Nach eineinhalb
Monaten waren siebeneinhalb tausend € zusammen. Wir bekamen ein Angebot,
wieviel 3.600 Lampen per Schiff oder per Flugzeug kosten. Daraufhin stand fest
– schnelle Hilfe geht nur per Flugzeug.
Vielleicht noch ein Hinweis: wir können kein Spanisch. Aller Mailverkehr
erfolgte mittels Deeple-Übersetzer ins lateinamerikanische Spanisch hin und
zurück. Es waren über 100 Aktivitäten nötig, um alles zu schaffen.
Letztlich sind am 28. April 2026 4.000 Solar-Kurbel-Lampen in Kuba per
Flugzeug angekommen. Der Preis einer Lampe inkl. Flugkosten: 3,09€
Es hat sich gelohnt. Wir hatten eine Idee, einige typische Nörgler aber
auch einen starken Willen. Und wir haben unsere Idee durch die Bereitschaft und
das Engagement vieler toller Menschen realisieren können. Allen gilt unser
Dank.
Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Dieser Spruch hilft in den
allermeisten Situationen.